Telekom hausiert mit „Teil-Glasfaser-Netz“

Die Telekom scheint den Braten gerochen zu haben. Ein Braten der rund 800 verlorene Haushalte groß ist. Haushalte, die mit der BBV auf Glasfaser „bis ins Haus“ setzen wollen und ihren Vertrag, sei er nun bei der Telekom oder bei einem anderen Anbieter der unter der Haube wieder Telekom-Leitungen nutzt), über kurz oder lang (je nach Dauer des Ausbaus) kündigen werden.

Und was macht jetzt die Telekom? Statt vernünftig auf den Zug aufzuspringen und ggf. mit der BBV den Ausbau gemeinsam zu organisieren, werden jetzt Telekom-Verteilerkästen am Straßenrand mit Glasfaser angebunden. Damit Rück die Verteilerstelle näher ans Haus und die Länge der Kupferleitung über die „DSL“ transportiert wird, wird kürzer. Und mit einer kürzeren Strecke erhöht sich die mögliche Geschwindigkeit. In einem mir bekannten fall wurden (statt bisher 16Mbit) nun 50 und auch 100Mbit Angeboten. Zu rund 39 bzw. 44EUR/Monat.

Wer die ganze Glasfaserargumentation aufmerksam verfolgt hat weiß es bereits: Dieses Angebot der Telekom ist bereits jetzt ein alter Hut. Denn es wird nach wie vor auf Kupfer „für die letzte Meile“ gesetzt. BBV hingegen legt Glasfaser bis ins Haus, bis kurz vor die Fritzbox.

Laut Aussagen eines Telekom-Hotline-Mitarbeiters soll z.B. das neue Baugebiet „Unter dem Linsenkuchen“ von der Telekom mit Glasfaser ausgebaut werden. Wie das dann in Zusammenhang mit der BBV stehen wird oder soll: Gute Frage. Ich werde das als Frage zum Treffen mit den BBV Leuten mitnehmen.

Alles in allem: Die Telekom scheint nach wie vor nicht bemüht zu sein den Kunden eine zukunftsfähige Technologie bis ins Haus zu legen. Es wird nach wie vor „auf Sparflamme“ ausgebaut und die Kupfer-Leitung bis ins letzte ausgereizt. Mehr wie 250Mbit sind da mit dem aktuellen Stand der Technik nicht problemlos möglich. Glasfaser hingegen ist mit einer einzigen Ader bereits 4x so schnell. Und das gleichermaßen im Upload wie im Download. Und die Ausbaupläne sehen 8-12 Fasern pro Hausanschluss vor. Also im Vollausbau-Fall 8000-12000Mbit … Das wird die nächsten 10 Jahre noch reichen. Und wenn nicht: Kommen eben neue Faser in die Leerrohre.

Die Telekom hingegen beharrt nach wie vor auf Kupfer. Kein wunder. Kostet ja Geld das zu verlegen…. Müsste man ja investieren. Ja, tun sie auch. Irgendwann. Aber nicht heute.

In diesem Sinne: Lasst euch zu nichts überreden. Schaltet den Kopf ein und informiert euch.

3 Gedanken zu „Telekom hausiert mit „Teil-Glasfaser-Netz“

  1. Steffen Lukas

    Zur Info ich habe jetzt schon fast 2 Jahre den 100mbit Anschluss der Telekom kurz nachdem sie die Verteiler mit glas angefahren sind . Jedoch habe ich noch gut 350m Kupfer bis dahin. Bekomme ständig werbung für 250 Mbit blabla wobei die jetzige Leitung grad mal 90 Mbit hergibt und ständig Abbrüche etc ä. Also Finger weg der einzige wahre Weg ist das Glas bis ins Haus . Ich freu mich schon auf den Ausbau seitens der bbv

    Antworten
  2. W.Ro

    Hallo, bin auf der Suche nach Informationen zur BBV, da die auch bei uns ausbauen wollen.
    Das hier beschriebene Hin-und-her, Verzögerungen etc. kann ich auch bei uns in Ilmenau feststellen, aber jetzt soll es doch langsam losgehen.

    Jedoch muss ich mal wegen den Ausführungen zur Telekom nachklappern. Wenn man heute über eine Bandbreite von 100MBit verfügen kann ist das doch Spitze. Ich frage mich immer, welche Conumer-Anwendung aktuell oder in naher Zukunft hier an die Grenzen kommen soll ??? Vielfach ist das heute (notwendiges) Marketing. Mobil geht es ja als Alternative schon mit 5G weiter und da gibt es auch nur Visionen für den Consumer-Bereich oder absulute Businessanforederungen.
    Ich arbeite selbst mit 16MBit ( mehr geht nicht) im Homeoffice und streame damit auch TV. Ich würde im Fall dass ich VDSL oder SVDL von der Telekom bekomme sicherlich nicht auf das vielgelobte Glasfaser eines eher unbekannten Unternehmens wechseln. Da Telekom aber bei mir im Jahr 2020 keine Aussichten auf die bessere Cu-Technologie bietet werde ich wohl nur aus diesem Grund die BBV im Auge behalten.

    Antworten
    1. achristian Beitragsautor

      Wenn man heute über eine Bandbreite von 100MBit verfügen kann ist das doch Spitze.

      Korrekt. Wer heute schon 100Mbit hat (so wie ich auch), ist schon gut bedient. Keine Frage.

      Ich frage mich immer, welche Conumer-Anwendung aktuell oder in naher Zukunft hier an die Grenzen kommen soll ???

      Gegenfrage: Heute hast du 16Mbit. Wie viel hattest du vor 15 Jahren? Hier auf dieser Homepage findest du eigentlich ausreichend Infomaterial welches erklärt, dass der Bandbreitenbedarf die letzten Jahrzehnte exponentiell gestiegen ist. Und wenn man jetzt am Ende der Kupfer-Technologie angelangt ist, nicht auf Glasfaser setzt und 15 Jahre in die Zukunft schaut (10-15 Jahre sind die meiner Erfahrung nach die Zeitspanne zwischen den Ausbaustufen der Telekom), dann wird es in Zukunft ohne Glasfaser verdammt eng.

      Mobil geht es ja als Alternative schon mit 5G weiter und da gibt es auch nur Visionen für den Consumer-Bereich oder absolute Businessanforederungen.

      5G ist schön und gut. Aber der „Äther“ ist ein geteiltes Medium. Eine einzelne Verbindung kann hier verdammt schnell sein. Aber ein Sendemast in einer größeren Stadt oder auch auch dem Land, kann nicht tausende 5G-Endkunden-Geräte mit der vollen Geschwindigkeit bedienen. Das kann dir das Marketing erzählen was es will: Es geht nicht. Funkwellen überlagern sich. Und jedes Endgerät will eigentlich „seine“ Kommunikation. Stell dir tausend Radiosender auf einer Sendefrequenz vor. Das geht nicht gut. (sehr vereinfacht dargestellt, technisch ist das wesentlich komplizierter).

      Ich arbeite selbst mit 16MBit ( mehr geht nicht) im Homeoffice und streame damit auch TV. Ich würde im Fall dass ich VDSL oder SVDL von der Telekom bekomme sicherlich nicht auf das vielgelobte Glasfaser eines eher unbekannten Unternehmens wechseln.

      Jeder hat so seine Meinung und Einstellung. Aber insgesamt betrachtet ist das sehr kurzsichtig betrachtet und die Zukunft komplett ignoriert. Die Chance besteht dass du die nächsten 15 Jahre mit 100Mbit auskommst. Aber diese ist recht gering. Außer du hast kein Problem damit – wie früher zu Modem oder ISDN Zeiten, und die sind noch nicht soooo lange her – einen kaffee zu machen wenn du eine Webseite aufrufst, nur um nach dem Kaffee festzustellen, dass die Webseite noch nicht ganz fertig geladen ist.

      Schau dir die Grafik hier auf der Seite an: https://www.glasfaserinfo-neckarbischofsheim.de/gruende-fuer-glasfaser/ und überlege dir für dich selbst, wie es in 10..15 Jahren aussehen wird. Wenn du da dann ruhigen Gewissens sagen kannst dass dir 100Mbit ausreichen werden… Gut. Dann melde dich bitte in 15 Jahren nochmal und berichte 😉 Ich bin gespannt.

      In diesem Sinne,

      Viele Grüße
      Alex

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.