Bericht in „SWR – Marktcheck“: BBV im Kraichgau

Gestern Abend kam ein Bericht zum Thema Glasfaserausbau im Fernsehmagazin „Marktcheck“ des SWR (Link zur Mediathek: https://www.ardmediathek.de/video/marktcheck/sendung-vom-26-oktober-2021/swr-fernsehen/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1NTQ0MzI/?fbclid=IwAR2esor9GW75a0PFOaN9Fn-UlEC8eM6J_IPx6e67iZZZLBFcLTlMa8j6SGM)

Der Inhalt hier grob wiedergegeben: Ein künftiger Kunde von Inexio (gehört mit/zur Deutschen Glasfaser) beschwert sich dass es über ein Jahr dauert, seinen bereits gelegten Glasfaser-Anschluss von Inexio aktiviert zu bekommen. Gepaart mit der Info, dass Inexio 10-Jahres-Verträge den Kunden vorlegt.

Ja, das ist heftig. Glasfaserwunsch hin oder her: Einen Vertrag mit 10 Jahren Laufzeit zu unterschreiben… Das will schon gut überlegt sein. Auf der anderen Seite will man aber auch einen Glasfaseranschluss haben. Aber mit 10 Jahren Vertragsbindung? Puuh…. schwierig.

Weiter geht es im Beitrag mit der BBV im Kraichgau. Es kommt BGM Jürriens aus Helmstadt-Bargen zu Wort. Auch dort baut die BBV aus, und man hat dort Sorgen, dass die BBV mit ihren meist nicht inländischen Subunternehmen hier „Pfusch am Bau“ betreibt und hat sich deshalb einen Gutachter geholt der die Sache begleitet.

Sicherlich ist das eine gute Sache. Schließlich will man sicher stellen dass der Ausbau sich nicht nachteilig auf die Substanz im Ort auswirkt. Wäre vielleicht ein auch Thema für den Ausbau bei uns im Ort… Nun ja, das müssen andere entscheiden.

Was im Beitrag leider nicht so rüber kommt ist, dass BBV bei uns ganz andere Verträge gemacht hat, nämlich welche mit 2 Jahren. Und vor allem im Neckar-Odenwald-Kreis haben sie mit „toni“ begonnen die Vertragslaufzeit ganz abzuschaffen. Ergo ist die Berichterstattung hier ein wenig trügerisch, und der nicht Eingeweihte glaubt, das was Inexio da mit den 10 Jahren treibt gilt auch für die BBV. Ein wenig wird da unterschwellig eine negative Stimmung vermittelt…

Der dritte Punkt im Beitrag sind die Bauausführungen bei den Endkunden. Eine Kundin beschwert sich zurecht, dass die Arbeiter grob gepfuscht haben. Statt die Kernbohrung im Keller so zu setzen dass sie außen im Erdreich mündet, hat das von BBV beauftragten Unternehmen die Bohrung viel zu hoch und damit über dem Erdreich angesetzt. Ganze 70cm zu hoch! Jetzt soll das ein Anwalt regeln… nämlich weil sich bei BBV nichts tut.

Nun, Fehler passieren. Sollten sie zwar nicht, aber tun sie trotzdem. Und das immer mal wieder. NOCH sind die Fälle von „Versagen“ in der Unterzahl (zumindest ist mit nichts gegenteiliges bekannt). Vor allem wenn man die schiere Anzahl der zu legenden Hausanschlüsse, bzw. die bereits von BBV auch anderswo installierten Hausanschlüsse in Relation setzt. Und es liegt in der Natur des Menschen sich eher Lautstark zu beschweren als sich positiv über gelungene und gute Arbeit zu bedanken.

Versteht mich nicht falsch. Ich will BBV hier nicht verteidigen. Fehler sind blöd und teils extrem ärgerlich und auch teuer. Und ich wünsche allen dass alles glatt und fehlerfrei über die Bühne geht. Aber bei allein rund 1000 Anschlüssen in unserem Ort + Ortsteile und bei einer Fehlerquote von sagen wir nur 0,5%, wird es 5 Anschlüsse treffen wo es nicht so gut läuft. Und wenn man mal nach Fehlerquote im Baugewerbe googelt, dann sind da durchaus Quoten von über 1% zu finden. Nehmen wir 1% an, sind es schon 10, bei 2% schon 20… Aber gut, keiner will den Teufel an die Wand malen. Ich will nur sagen: Fehler lassen sich nicht komplett eliminieren.

Womit die BBV aber nach wie vor glänzt, ist ein schlechtes Kommunikationsverhalten. Nein, nicht nur weil ich der Meinung bin hier sollte man deutlich mehr tun, sondern weil BBV sich selbst nicht an die eigenen Aussagen hält. Beim Spatenstich wurde noch davon gesprochen dass man die betroffenen Haushalte vorab über die Baumaßnahmen informiert. Über die sozialen Kanäle wie auch über die lokale Presse, allem voran unser Nachrichtenblatt.

Passiert ist exakt gar nichts. Ja, an vielen Stellen geht’s auch ohne Kommunikation. Und ja, an den meisten Stellen ist das auch nicht tragisch. Aber Ausnahmen bestätigen die Regeln. Und wenn ein Unternehmen verspricht entsprechend Mitteilung zu geben, und es dann doch nicht tut… dann macht das einfach den bisherigen Eindruck (keine Termine bisher eingehalten) noch schlechter.

Aber natürlich werde ich nicht müde es immer und immer wieder zu erwähnen: All das motzen hilft nicht. Wir alle wollen einen Glasfaseranschluss. Und der kommt dann, wenn er soweit ist. Nicht früher und nicht später. Und schon gar nicht zu einem Zeitpunkt den BBV bisher versprochen hat. Aber mit Sicherheit mit dem einen oder anderen Fehler während der Bauphase.

Meine persönliche Meinung zum Ausbauziel: Ende 2021 gehen vielleicht mit viel Glück die ersten Haushalte tatsächlich online. Aber noch lange nicht der ganze Ort inkl. Ortsteile. Dafür ist bisher zu wenig passiert, und das auch noch zu langsam. Ich denke wir können sicherlich Ende 1. Halbjahr 2022 anpeilen. Bleibt zu hoffen, dass der Investor da nun noch mehr dahinter ist und schaut dass es fertig wird… Und dass BBV begreift, dass im Zeitalter der sozialen Medien eine gewisse Medienpräsenz „erwartet“ wird und dies den einen oder anderen „stillen Shit-Storm“ vermeiden könnte.

Ein Gedanke zu „Bericht in „SWR – Marktcheck“: BBV im Kraichgau

  1. Döbert

    Ich finde den Beitrag ausgewogen und voll zutreffend. Nachdem jetzt auch im kleinen Odenwald gebaut wird, geschehen hier ähnliche Dinge wie in Helmstadt. Um die Straßen und Gehwege zu schützen, sollte jede Gemeinde einen eigenen weisungsbefugten Fachmann mit der Überwachung beauftragen.
    Ansonsten zahlen wir in einigen Jahren die Zeche.

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