Stellungnahme hinsichtlich Negativ-Feedback

Uns erreichte heute eine Mail von einem besorgten Mitbürger, der aktuell keinen Glasfaseranschluss haben möchte. Er hat auch diverse Bedenken geäußert.

Da wir so transparent wie möglich sein möchten, nehmen wir hierzu direkt öffentlich Stellung:

Punkt 1) Er behauptet, wir würden unsere Mitbürger „emotional“ mit dem Flyer und der Webseite „erpressen“ und zu Verträgen bewegen, die sie nicht haben wollen. Unsere „Art der Werbung“ wäre eine „Grauzone zum Rechtsbruch“.

Wir zwingen niemanden. Wir informieren. Und wir haben von Anfang an gesagt: Wir informieren Pro-Glasfaser. Und das möglichst transparent. Wir haben die Kosten transparent aufgezeigt (und werden das am Infoabend noch weiter tun), und versucht zu erklären was der Ausbau denn im Detail bedeutet. Und wenn ich auf das bisherige Feedback schaue, dann haben wir das denke ich auch erreicht.

Ein Vertrag mit der BBV ist nur das Mittel zum Zweck. Ziel ist es FTTH zu realisieren. Und zwar jetzt. Mit wem und mit welchen Mitteln ist eigentlich nebensächlich. Aber aktuell gibt es keine andere Option. Ja, manche muss man mit vielleicht etwas provokativen Formulierungen „wachrütteln“. Aber wir lassen niemanden alleine stehen. Deshalb auch die Info-Veranstaltung, nach der sich jeder selbst ein Bild machen kann.

Und es sei auch nochmals erwähnt: Wir stehen in keinerlei Verbindung zu BBV. Wir bekommen keinen Cent für unser Handeln. Wir haben alle Flyer aus eigener Tasche erstellt, gedruckt und mit freiwilligen verteilt.

Punkt 2) Wir würden verschweigen, dass die 1Gbit Anbindung nur bis zum „ersten Hop“ garantiert werden, und quasi alle in der Straße die gleiche 1Gbit Anbindung „teilen“ würden.

Es war nie die Rede davon dass 1Gbit angeboten wird. BBV sagt nach eigenen Aussagen: Mindestens 100Mbit. Ob bei 800 Verträgen mit 100Mbit die Gesamt-Anbindung dann mit 80Gbit erfolgt oder nicht, kann ich nicht sagen. Ich gebe nur wieder was ich weiß. Was ich nicht weiß und nur vermute, sage ich auch so. Und von der BBV wurde an der Info-Veranstaltung am  20.09. in der Zehntscheune mündlich versichert: Wer 100Mbit gebucht hat, bekommt die auch garantiert, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Nach heutigem Wissensstand ist Fakt (und das gilt nicht nur für unsere Gemeinde, siehe Berichterstattung aus ganz Baden Württemberg), dass wenn JETZT eine Chance auf Glasfaserausbau verspielt wird, die kommenden 10-15 Jahre kein Glasfaser kommen wird. Da sind sich die Experten allesamt einig. Deshalb auch die „Dringlichkeit“ im Flyer.

Und zuguter letzt: Wir haben nicht nur beim Austragen der Flyer mit vielen Leuten gesprochen. Die deutlich überwiegende Mehrheit stand uns Kopfschüttelnd gegenüber als wie berichtet haben wie es um den Ausbau mit der BBV bestellt ist. Wenn wir nicht so unglaublich viel positives Feedback erhalten würden, würden wir uns den riesen Aufwand überhaupt nicht geben. Aber wir sehen die Chance, und wir sehen das positive Feedback. Und genau deshalb machen wir das. Unabhängig, von Bürgern für Bürger.

An dieser Stelle nochmal Danke für die Meinung und Einschätzung des Mitbürgers, dessen Email der Auslöser für diese Stellungnahme war.

Es muss sich niemand erpresst fühlen. Das ist nicht unsere Absicht. Wer bedenken hat, darf gerne zum Info-Abend am Mittwoch kommen und sich selbst ein Bild machen.

6 Gedanken zu „Stellungnahme hinsichtlich Negativ-Feedback

  1. Stefan Fischer

    Aber Ihr gebt jedem, der kein Glasfaser bestellt so wie ich, weil ich keins brauche, die Schuld das Neckarbischofsheim, im Vergleich mit unseren Nachbargemeinden den Anschluss verliert.

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    1. achristian Beitragsautor

      Auch wenn das im ersten Moment hart klingen mag, aber: Ja, so ist es.
      Wir stimmen dir zu: über 50% „brauchen“ Glasfaser im Moment nicht. Aber:
      Wer hat vor 10 Jahren ein Smartphone wirklich „gebraucht“? Mobile Telefone gab es ja schon. Die haben funktioniert und die Akkulaufzeit war „ein Traum“. Und jetzt? Ohne Smartphone kommt heute kaum noch einer aus.

      Wenn wir jetzt den Glasfaser-Trend „verschlafen“, dann steht Neckarbischofsheim mit Helmhof und Untergimpern in wenigen Jahren – bildhaft gesprochen – mit dem alten Handy da, während die Nachbargemeinden alle ein modernes Smartphone in der Tasche haben und schon wieder kurz davor sind den vielleicht nächsten Innovationssprung zu machen. Es geht nicht um das Wettrüsten, aber um das „mitschwimmen“.

      Der Bedarf an mehr Geschwindigkeit wird kommen. Und wenn wir den Glasfaseranschluss verschlafen, dann stehen wir in wenigen Jahren blöd da, ärgern und, stampfen wie ein kleines Kind mit dem Fuß auf den Boden, brüllen „ich will aber“, und niemand kommt und macht was dagegen.

      Wir haben JETZT die Chance zu handeln. Jetzt die Chance für die Zukunft vor zu sehen.

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      1. Stefan Fischer

        Warum soll ich mehrere Hundert Euro
        ( Anschlussgebühr, Hardware, Wand aufschlitzen und wieder verputzen) für den Anschluss in einer Mietwohnung bezahlen, für etwas was nicht brauche.
        Für Gewerbetreibende mag dieser Anschluss zwingend erforderlich sein, für mich aber nicht.
        Warum greift Ihr dann nicht tiefer in die Tasche, bevor Ihr andere Bürger an den Pranger stellt?

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        1. achristian Beitragsautor

          Punkt 1) Wir stellen niemanden an den Pranger und zeigen auch nicht mit dem Finger auf andere.
          Punkt 2) Wir informieren nur und versuchen zu überzeugen. Wer partout nicht will: Hey, wir leben in einem freien Land. Jeder hat das Recht auf seine Meinung und seine Entscheidung.
          Punkt 3) In einer Mietwohnung ist erstmal der Vermieter/Eigentümer für die In-House Verkabelung zuständig. Dem interessierten Mieter obliegt dann eigentlich nur noch die aktivierung (100EUR), ggf. die Anschaffung einer Fritzbox falls nicht vorhanden (119EUR), und das bezahlen der monatlichen Internet/Telefongebühren. Mieter und Vermieter sollten sich beidseitig enig sein „ausbauen zu wollen“. Und viele Vermieter wollen auch in 10 Jahren noch eine technisch ausgereifte Wohnung vermieten können. Allein schon aus diesem Grund sollten Vermieter „zuschlagen“.
          Punkt 4) Ich kann es nur immer wieder erwähnen und betonen: Die wenigsten brauchen den Ausbau JETZT. Aber quasi jeder wid in in wenigen Jahren brauchen. Und wenn wir ihn nicht jetzt durch die BBV erhalten, steht in 10 Jahren mit ziemlicher sicherheit keine Telekom da und Empfängt dich freudestrahlend und übergibt dir auch keinen so günstigen Glasfaseranschluss.

          Wie gesagt: Wir können nur informieren und die Chance aufzeigen. Entscheiden muss sich jeder selbst.

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          1. Stefan Fischer

            In der ersten Anwort macht Ihr doch die Nichtbesteller verantwortlich.

            Und der Vermieter legt dann die Kosten (für etwas was ich nicht brauche) auf die Miete um, also bezahle ich die In-House Verkabelung indirekt doch.

          2. achristian Beitragsautor

            > In der ersten Anwort macht Ihr doch die Nichtbesteller verantwortlich.

            Natürlich sind die, die nicht mitziehen verantwortlich wenn der Glasfaserausbau durch die BBV nicht stattfindet. Aber wir werden einen Teufel tun und jemand wegen seiner Meinung und Entscheidung direkt verurteilen. Wir respektieren die Meinung eines jeden einzelnen.

            > Und der Vermieter legt dann die Kosten (für etwas was ich nicht brauche) auf die Miete um, also bezahle ich die In-House Verkabelung indirekt doch.

            Korrekt. Das ist auch das gute Recht des Vermieters/Eigentümers. Denn er will ja auch in Zukunft Mieter haben.

            Was passiert wenn wir kein Glasfaser bekommen und du in 5 Jahren in deiner Mietwohnung dann – wieso auch immer – auf einmal auf Glasfaser angewiesen bist? Der Vermieter hat dann hoffentlich nicht gepennt und schon vorgesorgt.
            Wenn nicht, dann wirst du entweder mit deinem langsamen DSL leben müssen oder ausziehen. Gerade von von letzterem hat niemand was. Du hast den Umzugsstress, und der Vermieter hat das Problem dass seine Wohnung nicht mehr attraktiv ist, weil kein zeitgemäßer Anschluss da ist.

            Ich denke nach wie vor, dass viele immer noch nicht verstanden haben, dass wenn der Ausbau jetzt nicht erfolgt, wir in naher Zukunft eine 10-15 Jahre Durststrecke mit DSL durchstehen müssen. Auf der Info-Veranstaltung hab ich das denke ich ganz gut demonstriert. Heute lädt http://www.faz.de mit DSL50 noch in 5,5sek. In nur 7 Jahren dauert es schon 3x so lange. Wenn die Entwicklung jedoch noch schneller voran schreitet, dann ist der Faktor 3 noch gutmütig geschätzt. Faktor 5 oder mehr ist jedenfalls nicht ausgeschlossen.

            Und bei der aktuellen Entwicklung von Amazon Prime, Netflix, MaxDome und Co kann man heute auch nicht felsenfest sicher sein dass in 10 Jahren das lineare Fernsehen noch existiert. Dann wird man vllt. streamen „müssen“. Ein weiterer Grund für eine zukunftsfähige Leitung.

            Aber gut, du scheinst dich schon entschieden zu haben. Dann werde ich bei dir auch kein Umdenken ausrichten können. ich kann dir nur raten: Schau dich um, mach dich schlau.

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