Zeit für einen kritischen Blick hinter die Kulissen

Weitere Monate sind vergangen in denen sich nichts getan hat. Unser neuer Bürgermeister hat mittlerweile auch versucht einen aktuellen Stand der BBV zu entlocken. Ergebnis: Quasi das gleiche das ich bereits recherchiert hatte, vor 2-3 Monaten schon: Spatenstich im April 2021, Ausbau-Ende ca. ein Jahr später.

Die Situation ist keineswegs befriedigend. Die vollmundigen Versprechen seitens BBV die schon zu beginn an gemacht wurden, wurden nicht eingehalten. Es wird also Zeit etwas weiter über den Tellerrand zu schauen: Was macht die BBV denn außerhalb unseres „Cluster Sinsheim“?

Die BBV hat viele Baustellen. Römerberg bei Speyer scheint mittlerweile als einziges Gebiet quasi fertig ausgebaut zu sein. In Bretten ist der Ausbau im Gange, aber wohl noch nicht abgeschlossen?? Cluster Sinsheim ist erfolgreich vorvermarktet, der Ausbau geht schleppend bzw. stockend voran. Im Neckar-Odenwald-Kreis ist die BBV mittlerweile auch dabei mit der Marke „toni“ ausbauen zu wollen. Aber nicht nur bei „uns in der Region“ ist BBV unterwegs. Auch im Enzkreis wird vorvermarktet. Wenn man weiter sucht findet man sicherlich noch das eine oder andere Gebiet wo sie ebenfalls unterwegs sind.

Die Frage die sich einem unweigerlich stellt: Wieso macht man soooo viele Baustellen gleichzeitig auf ohne eine vernünftig abzuschließen? Nun, das ist eine sehr gute Frage. Eine finale Antwort habe ich darauf nicht. Aber böse Zungen könnten behaupten man versucht so viel Gelder wie möglich vom Investor einzusacken und sich so entsprechend gut bezahlen zu lassen, ohne tatsächlich leisten zu müssen. Schließlich können Investitionen auch mal in die Hose gehen. Auf der anderen Seite: Investoren die so viele Mittel bewilligen sind ja auch nicht von vorgestern. Die kennen solche Spielchen eigentlich und müssten wissen wie man damit umgeht.

Aber wie steht es jetzt um unsere Region? Wird BBV hier tatsächlich noch etwas bewegen? Die Rhein-Neckar-Zeitung hat berichtet, dass dem bisherige Investor die Aufkauf-Kosten der bestehenden Infrastruktur vom Zweckverband Fibernet-rn wohl zu teuer waren und es deshalb zu Verzögerungen kommt. Fibernet’s Aussagen zufolge läge es wohl nur an der BBV die vorliegenden Verträge zu unterzeichnen. BBV hatte mir in Gesprächen erzählt, dass es nicht an Ihnen läge… Nun, da scheint einer dem anderen den schwarzen Peter zuzuschieben und der leidtragende ist der künftige Kunde, dem man erst auf Glasfaser heiß gemacht hat, und dann aber nicht bedienen kann.

Aus weiteren Quellen wurde ich informiert, dass BBV – bisher durch den Investor RiverRock getrieben – nun durch den Investor Infracapital aufgekauft wurde. Hier die Pressemitteilung dazu. Dem neuen Investor schreibt man mehr KnowHow und Kompetenz zu als dem alten, so dass es eigentlich hoffen lässt dass mit dem Wechsel die Sachlage besser wird. Schließlich will der Investor ja etwas für sein Geld sehen und bekommen.

Das leidige an dem ganzen Thema ist: Meckern hilft uns nicht. Und BBV mit weiteren Fragen zu quälen hilft auch nicht. Mehr wie verschobene Versprechungen haben wir in den vergangenen Monaten und quasi schon Jahren nicht bekommen. Es ist unwahrscheinlich dass sich dies in den kommenden Wochen und Monaten ändert. Wir werden den April abwarten müssen um zu sehen ob das Versprechen dieses mal gehalten wird.

Auf der einen Seite will ich der BBV glauben dass sie an einem echten Ausbau interessiert sind und alles dafür tun. Auf der anderen Seite muss ich extremst daran zweifeln wenn man an die wachsende Anzahl Baustellen und zunehmende Vorvermarktung denkt und auch schaut, was Fibernet-rn dazu sagt … (siehe den RNZ Bericht von weiter oben)

Die Frage ist: Welche Alternativen haben wir? Bei DSL bleiben? –> Sackgasse. Meine Ausführungen und Begründungen warum es mit Glasfaser nicht weiter geht halte ich nach wie vor für 100% valide. Einen Ausbau durch die Telekom binnen der nächsten 5 Jahre halte ich für utopisch. Haben sie doch erst kürzlich in Vectoring investiert und ein Großteil unser Gemeinde hat immerhin zwischen 16 und 50Mbit, einige wenige haben mehr, aber auch einige deutlich weniger. Wir sind für so einen Ausbau „eigentlich“ nicht attraktiv genug. Das hatte auch BBV mir damals gesagt als wir in der Vorvermarktungsphase waren. Nur in Kombination mit dem Cluster Sinsheim könne man es sich leisten Neckarbischofsheim und Co. mit anzubinden.

Welche Optionen haben wir also noch? Was ist mit dem Zweckverband Fibernet-rn? Die haben doch (mit NetCOM BW, einer Tochter der EnBW) in Adersbach die Häuser angeschlossen… Warum ist das bei uns keine Option? Wer oder was war dort der Motor der den Ausbau angetrieben hat? Ich werde versuchen das heraus zu finden. Aber vielleicht kann unsere Gemeinde da mal in Adersbach anklopfen und auch nachfragen…?!

Wen gibt es noch als Glasfaser-Player auf dem Markt? Die Deutsche Glasfaser… Nun ja, die sind eher in NRW und Niedersachsen groß unterwegs. In Baden-Württemberg sind die im Rhein-Neckar-Kreis in Edingen-Neckarhausen und Weinheim unterwegs und schauen wie die Nachfrage ist. ABER, nur in den Gewerbegebieten 🙁

Alles in allem: Uns sind die Hände gebunden. Wir können meckern und mit dem Fuß aufstampfen. Aber das bringt uns nichts. Entweder BBV kommt mit dem neuen Investor so langsam aber sicher in die Gänge, oder wir müssen auf eine Alternative hoffen. Und hier heißt es ganz klar: Fühler ausstrecken. So bleibt nur zu sagen: Kopf hoch, irgendwie geht’s weiter.

Ein Gedanke zu „Zeit für einen kritischen Blick hinter die Kulissen

  1. Erich

    Warten auf bbv ist wie warten auf godot!
    Wir bezahlen seit mai 2020 – nach zwei jahren wartezeit als einer der ersten kunden in eschelbronn unseren glasfaseranschluss. Und wir sind seitdem stolz auf die digitalen moeglichkeiten: home office, schnelles recherchieren, schneller versnd hunderter, tausender e-mails, wievsie wir hier regelmaessig verschicken muessen. Auch 20 tsd newsletter sind jetzt in 70 minuten, nivht mehr in zwei tagen, verschickt.
    Heute kam es sann knueppeldick: die leitung ist tot!
    Keine telefonie mehr. Alle mitarbeiter sitzen nur noch herum.
    Unsere telefonanlage htten wir dank der schnellen anbindung in die cloud verlegen koennen. Super die technik. Die telefonzentrale ist auch par7allel umgeleitet auf das handy des chefs, der sowieso fuer alles zustaendig ist bis hin zum toiletten putzen, wenn die7 zugehfrau wegen rueckenschmerzen ausfaellt!
    Seit 11 uhr heute mi., 28.10.2020 also tote hosen. Ausser kosten nichts gewesen. Und das v6ertrauen wird mit fuessen getreten.
    Das support telefon ist auf automatik geschaltet. Von stoerungsstelle gar nicht zu sprechen!!!!
    Das scheint die bbv unter ’so was ist bei uns unnoetig‘ abzulegen!
    Man stelle sich vor: auch nach vier, sechs, acht stunden geht gar nichts.
    Fdie maschinengeleitete telefonauskunft verlangt, dass man sein problem hinterlege und dann warten auf einen versprochenen rueckruf. Da sindcwir dann wieder beim warten auf godot,

    Und ich wette, dass die geschsaeftsbedingungen jegliche haftung fuer schaeden durchbeinen vollstaendigen ausfall ausschliesst. Bleibt nur eines. Schadensbegrenzung, telekom anrufen und ganz schnell in deren hafen zurueckkehren!?

    Eines ist sicher. Naemlich, dass gar nichts mehr sicher ist im digitalisierten deutschen wahnsinn.

    Frau merkel sei dank, kommt das ans licht f4uehestens eine generation spaeter. Dann ist fuer uns alles zu spaet.

    Stehenbwir aufbund nehmen das selbst inbdie hand oder wandern wirvaus nach jigeria und wahlen uns von dort in unsere komjunikationskanaele ein?
    Das klappt bestimmt.

    Es ist jetzt nach abschluss dieses textes mi., 28.10.2020, 22:37 h., also 11 stunden und 37 minuten glasfaserausfall. Das ist existenziell, kein tv-ERSATZANSCHLUSS ZUM VERGNUEGEN.

    WAS MACHEN WIR JETZT.?
    Mal sehen, welche telefonnummern morgen ueberhaupt noch funktionieren, sprich besetzt sind. Ist die firma tot? Es scheint so, oder wie lange sollen wir weiter kommunizieren mit der letzten telekom-ANBINDUNG, DEM HANDY ,

    Antworten

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