BBV stand Rede und Antwort in der Gemeinderatsitzung am 08.12.2020

Herr Maruszczyk, seines Zeichens Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei der BBV, wurde zur Gemeinderatsitzung eingeladen um dem Gemeinderat Rede und Anwort zu stehen was den aktuellen Ausbau in unserer Gemeinde mit Helmhof und Untergimpern betrifft.

Er begann mit einen kleinen Vorwort zur aktuellen Lage.

Wie Herr Seidelmann einführend betonte, geht es nicht um Schuldzuschreibungen und dergleichen, sondern um den tatsächlichen Stand der Dinge und den Ausblick hinsichtlich Fertigstellung.

Herr Maruszczyk betonte auch nochmal, dass man keine Schuldzuschreibungen machen möchte. Fakt wäre aber: BBV startet im Januar mit neuen Tiefbaumannschaften, die sie schon länger in petto haben, aber bisher Aufgrund von vertraglichen Bedingungen mit dem ehemaligen Generalunternehmen nicht einsetzen durften. Man müsste sich hier an vertragliche Gegebenheiten halten. Bisher. Denn mit dem nun weggefallenen Generalunternehmer, sei die Situation nun anders.

BBV plant – die Betonung lag eindeutig auf planen – im Januar, nach der Frostperiode – die hoffentlich nicht zu heftig wird – mit dem Tiefbau verstärkt, also mit mehr Arbeitern, weiter zu machen.

Neckarbischofsheim sei nun mal in der Phase 3, also der letzten Phase des Ausbauplans für den gesamten Cluster Sinsheim.

„Hier werden wir spätestens im Sommer, also quasi zu Q3 [Anm.d.Redaktion: 2021], mit dem Tiefbau beginnen. So ist der Plan.“

Arno Maruszczyk, 08.12.2020, Gemeinderatsitzung Neckarbischofsheim

Damit war seine Vorrede beendet und er bat um Fragen die er dann beantworten möchte. Herr Seidelmann erwähnte, dass die Zuschauer an der Fragerunde nicht partizipieren würden, sondern der Gemeinderat stellvertretend die Fragen stellen wird, welche vorab durch einen Aufruf an die Gemeinderäte herangetragen und gesammelt wurden.

Gemeinderat Michael Krieger stellte klar, dass wenn von Neckarbischofsheim gesprochen wird, auch Helmhof und Untergimpern mit gemeint sein sollte und wollte wissen, wie die Aussichten seien, dass es hier zu sehr wenig Verzögerungen kommen wird was den Ausbau angeht.

Herr Maruszczyk verstand die Frage nicht und Michael Krieger konkretisierte: Wird in der Hauptgemeinde und den Ortsteilen gleichzeitig begonnen?

Die Anwort von BBV:

Spechbach, Neckarbischofsheim, Helmstadt/Bargen sind in Phase 3 im Cluster Sinsheim dran. Man wird in allen Gemeinden und auch deren Ortsteilen gleichzeitig starten. Der Ausbau orientiere sich aber immer am Backbone. Sprich: Es wird dem Backbone entlang ausgebaut und dann sternförmig weiter verteilt um die Kunden möglichst schnell anschließen zu können. Man wolle nicht erst die ganze Gemeinde fertig stellen und dann die Kunden aufschalten. Es wird „Kabelverzweigerweise“ entlang des Backbones ausgebaut. Kurz gesagt: Man wird möglichst parallel alle Ortschaften und Ortsteile ausbauen

Hans Peter Jellinek erfragte, wie man sich den Ausbau vorstellen könne. Wird beispielsweise am einen Ortsende begonnen und bis zum anderen durch gearbeitet? Oder wird mitten drin begonnen?

„Es finden sich natürlich amtliche Vorgaben aufgrund dessen, dass wir auch die bereits geförderte und auch zum Teil gebaute Backbone Infrastruktur des Zweckverbandes nutzen wollen und auch werden. Und wenn wir das nicht müssten, wären wir auch schon lange fertig, um das auch offen und ganz ehrlich zu sagen.“

Arno Maruszczyk, 08.12.2020, Gemeinderatsitzung Neckarbischofsheim

Man werde sich nach den Übergabepunkten, den Kabelverzweigern und den sogenannten PoPs richten, welche der Zweckverband schon zum Teil errichtet hat. D.h. es wird nicht zwingend von Ortseingang zu Ortseingang gebaut, sonder hier und da auch mitten im Ort. Es wird aber dem Tiefbauer überlassen den genauen Ablauf zu planen.

Die nächste Frage die aus dem Gemeinderat kam, bezog sich auf die Mannschaftsstärke bei den Tiefbauern. Wurde dieses nun verstärkt oder wie ist da der aktuelle Stand?

Um die Frage zu beantworten musste Herr Maruszczyk ein wenig ausholen: Als sie vor rund 2 Jahren begonnen haben, war der Tiefbau-Markt quasi komplett leer gefegt. Die Firmen hatten Verträge mit Vodafone, Telekom etc… Damit waren die Firmen entsprechend unter Vertrag, quasi „exklusiv“.

Die Tatsache, dass die BBV mittlerweile einen neuen Investor hat, bringt nun mit, dass BBV finanziell viel „umfangreicher“ aufgestellt ist als am Anfang. Damit sind die nun deutlich attraktiver für die Tiefbaufirmen, so dass die Tiefbaufirmen mittlerweile auf die BBV zugehen statt wie bisher umgekehrt. Die BBV hat damit den Luxus ggü. den Tiefbauern, dass in den nächsten 5-6 Jahren stabil und viel gebaut wird.
BBV ist nicht nur in Baden Württemberg, sondern mittlerweile auch in Thüringen aktiv. BBV spricht aktuell mit 12 (!) Tiefbaufirmen. Man ist nun mit 6 der Firmen mit den entsprechenden Kapazitäten in die engere Wahl gegangen. Kurzum: Die Kapazitäten sind mittlerweile sehr viel höher. Herr Maruszczyk sprach von ca. 4x höher als bisher.

Gemeinderat Tilo Freund erfragt, ob die Tiefbauer nun schon unter Vertrag seien, was Herr Maruszczyk bejahte. Man hat auch ein Teil der Truppe (bisher aus Rumänien und Litauen) des insolvent gegangenen Generalunternehmers übernommen. Man habe sich für Teile der rumänischen Truppe ausgesprochen.

Weiter erfragte Tilo Freund: Wenn in Q3 gestartet wird: Wann ist der Ausbau fertig?

Herr Maruszczyk meinte, unter normalen Umständen sollte der Ausbau bis zum Herbst fertig sein, also etwa Mitte September. Der Ausbau sollte hier also rund 12 Wochen dauern.

Tilo Freund hakte nach: Hat das auch anderswo schon so schnell funktioniert? Gibt es hier quasi verlässliche Erfahrungswerte?

Beantwortet wurde dies mit einem JA. Es würde teilweise sogar noch schneller von statten gehen, wenn man keine Bestandsinfrastruktur hätte die man berücksichtigen würde.

Allerdings könnte es anderweitige unvorhergesehene Dinge geben die den Ausbau bremsen. Als Bespiel wurde schadstoffbelastete Erde genannt. In Nachbargemeinden wären Vorkommen von natürlichem Arsen in den Baugruben gefunden worden, was nicht wieder 1:1 eingebaut werden darf. Hier müsse beispielsweise der Erdaushub durch saubere Erde ersetzt werden. Unvorhergesehene Dinge wären nicht planbar, und 2 Wochen hin oder her… Darüber sollte man nicht streiten.

Anmerkung der Redaktion:

Wenn man Mitte September fertig sein will, also etwa ende KW37, und der Ausbau etwa 12 Wochen dauer, dann müsste in KW26, also etwa 28.06.2020 begonnen werden.

Herr Maruszczyk führt weiter aus, dass man fertig werden müsse. Der Druck wächst und unser Nachbarlandkreis (Anm.d.Red: der Neckar-Odenwald-Kreis war hier offensichtlich gemeint) muss auch mit dem Tiefbau beginnen. Der Zeitplan ist ist jetzt schon durcheinander, deshalb muss man hier anfangen und fertig werden.

Tilo Freund wollte dann noch wissen ob es nun bei der aktuellen Ausbaureihenfolge bleibt oder ob da ggf. noch eine andere Partei dazwischen geschoben wird. Bspw. der andere Landkreis.

Die Antwort hierauf war recht eindeutig: Die einzelnen Cluster und Kreise werden, sofern es die vertragliche Situation zulässt ggf. auch gleichzeitig mit uns ausbauen, was aber kein Zeichen von „dazwischengeschobene andere Gemeinde“ sei. Die vertraglichen Gegebenheiten und auch die Sachlage mit bestehender Infrastruktur sei hier eine andere.

Herr Seidelmann meldet sich dann auch zu Wort und wollte wissen: Etwa 3. Quartal 2021, mit nur ein paar Wochen ausbau… Und dann ist die BBV tatsächlich fertig? Er habe erst kürzlich mit einem Kollegen von Herrn Maruszczyk telefoniert und dort die Aussage bekommen, der Ausbau würde ein Jahr dauern. Es wäre doch schon ein Unterschied ob der Ausbau nun wenige Wochen dauert oder ein ganzes Jahr?

Herr Maruszczyk führte aus: Die etwa 12 Wochen beziehen sich auf den Standardausbau, also die (Kunden-)Verträge die man jetzt schon hat. Also nicht der Ausbau in der Straße, sondern tatsächlich Hausanschlüsse. Aber, es kommt nach dem Standardausbau immer noch zu Neuverträgen. Er nannte Bretten als Beispiel. Hier seien heute noch 350 Hausanschlüsse nachträglich herzustellen. Man würde dies „Nachverdichtung“ nennen. Solche „Nachverdichtungen“ werden gesammelt. Es rollt nicht für jeden einzeln ein Bagger an, man sammle eine gewisse Anzahl an Nachzüglern und baue diese dann zusammen aus. Dieses Sammeln dauert in der Regel 2-3 Monate.

Man hätte also so keine 100%ige Anschlussquote. Anders würde es z.B. in Daisbach aussehen. Hier gäbe es die 100% Quote. Da ist der Ausbau fertig, da kommen keine Bautrupps mehr. Die Aussage von einem Jahr Ausbau, bezieht sich auf den vrsl. Abschluss dieser Nachverdichtung. Meist ist man in so einem Fall dann bei 70% Anschlussquote.

Herr Seidelman hakte nach: Bis Weihnachten 2021 sei der Ausbau der Verträge die heute schon existieren fertig?

BBV bejahte mit „davon gehen wir aus“. BBV hätte Vorgaben. Man müsse 180.000, normalerweise eher 250.000 Hausanschlüsse in den nächsten 4-5 Jahren herstellen. Das wäre das SOLL. BBV hat deshalb gar kein Interesse an Verzögerungen.

Eine weitere Frage von Herr Seidelmann bezog sich auf die Heidäcker und auch Schwarzbachsiedlung: Wie sieht es hier nun mit dem Ausbau aus?

Details konnte Herr Maruszczyk nicht genau nennen und verwies auf die Planer. Aber weit außen liegende Anschlüsse hätten teils keine Rentabilität. Auch wenn man in der regel alles erschließen möchte: Die Erschließungskosten stünden manchmal in keinen Verhältnis zum Business-Case. Da wo es nicht geht, sucht man teils Lösungen über Kooperationen mit den Gemeinden, Stadtwerken aber auch Anwohnern. Teils werden doch noch Leerrohre gefunden, teils engagieren sich die Bürger und stellen die Leerrohr-Trasse in Eigenleistung her. Entlegene und schwierige Anschlüsse sind immer ein eigenes Projekt das man gesondert betrachten müsse. Teils kommt es bei den Leuten an, man wolle sie nicht anschließen. Aber letzten Endes könne man immer gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Schwarzbachsiedlung und Bernau seit an sich der Worst-Case vom Worst-Case vom Worst-Case: Große Kreuzung mit Unterführung, die Bahnlinie und noch der Schwarzbach. Das würde ein Vermögen kosten und wäre der Albtraum eines jeden Tiefbauers. Die Kosten würde man in 100 Jahre nicht wieder rein bekommen.

Abschließend äußerte Herr Seidelmann den Wunsch dass man als Kommune ein wenig mehr Kommunikation abbekommt als bisher. Nicht nur ungefähre Zahlen, sondern auf den Tag genaue Daten, so dass man z.B. auch die Anwohner rechtzeitig informieren kann wann und wo die Bagger anrollen und es ggf. zu Einschränkungen kommt. Der Informationsfluss sei ihm in der Vergangenheit definitiv zu wenig gewesen.

Herr Maruszczyk gelobte hier Besserung, vor allem durch die neuen Tiefbauer. Bürger würden früh genug informiert werden. Dies wurde in der Vergangenheit durch die BBV auch rechtzeitig angestoßen, aber durch den damaligen Generalunternehmer nicht korrekt durchgeführt., was zu viel Ärger geführt hat. Nicht nur Ärger bei den Bürgern, sondern auch bei der BBV.
Die Bürger würden eigentlich mind. 2 Wochen vor Baubeginn bescheid bekommen.

Der letzte Einwurf von Herr Seidelmann bezog sich auf den Stand der Technik. Alles was aktuell angeboten werden würde wären ja 100Mbit und mehr gäbe es wohl für Privatpersonen aktuell nicht.

Herr Maruszczyk erwiederte, dass 100Mbit das kleinste sei, was BBV aktuell anbietet. Es gibt durchaus mehr, auch für Privatpersonen. Man können auch 1Gigabit, also 1000Mbit liefern. Auch hier für Privatpersonen.

Anmerkung der Redaktion:

BBV hat schon früh (vor vielen Monaten) gesagt, man würde mit 100Mbit als kleinstes Paket starten, hatte aber auch hier schon größere Pakete im Angebot. 1000Mbit könne man ohne weiteres liefern, aber solange kein Bedarf und nachfrage besteht, macht es wenig Sinn überdimensionierte Pakete anzubieten.
Technik sind meines Wissens die Fasern die man ins Haus bekommt mit maximal 1000Mbit aussteuerbar. Und je nach Hausanschluss bekommt man 8-12 Fasern, so BBV damals, ins Haus. Dies entspricht einer Kapazität von 8.000-12.000Mbit, oder 8-12 Gigabit. Und sollte dies in Zukunft nicht reichen: Die Fasern liegen in Leerrohren und können ohne allzugroßen Aufwand (offenbar ohne Bager) getauscht/erweitert werden. Damit sind wir zukunftssicher aufgestellt.

Ein Gedanke zu „BBV stand Rede und Antwort in der Gemeinderatsitzung am 08.12.2020

  1. Damian

    Absolut Schade.
    Mir wurde viele Monate ein Ausbau der Schwarzbachsiedlung zugesichert.

    Jetzt ist es nicht rentabel und wird an uns vorbei führen.
    Wie soll man nur mit Menschen umgehen wenn sie einem über Monate ins Gesicht lügen.

    Schade

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