Es ist still geworden …

Seit dem 03.11. ist es still um unsere Webseite und auch um die BBV geworden. Aktuell ist wohl BBV mit der Feinplanung des Ausbaus beschäftigt. Dies wird schätzungsweise 6 Monate dauern. Danach rollen die Bagger an.

Doch was passiert in der Zwischenzeit? Nun, da wir sicher einige geschickte Heimwerker unter uns haben, werden hier in unregelmäßigen Abständen noch Beiträge entstehen die das Thema „Netzwerkkabel verlegen und anschließen“ betreffen. Es lohnt sich also hin und wieder hier vorbei zu schauen.

Daneben habe ich von einem Kollegen jüngst einen weiteren Skepsis-Punkt hinsichtlich BBV erfahren. In Stichworten:

  • BBV, kleiner Laden
  • Was wenn die in 2 Jahren die Preise dann erhöhen?
  • Und was wenn die Telekom dann anfängt „zurück zu bauen“ und keine Anschlüsse mehr da sind um zurück zu DSL zu wechseln wenn Glasfaser auf einmal teurer wird?

Nun, da darf jeder seine eigene Meinung dazu haben. Meine eigene lautet wie folgt:

Ja, BBV ist ein „kleiner Laden“, aber warum sollte das stören? Wozu brauche ich eine riesen Firma, die mit vielen Leuten auch viele Kosten verursache, eigene Bürokratische Hürden zu überwinden hat und damit träge ist? BBV holt sich die Unternehmen die sie brauchen ins Boot. So funktioniert das moderne Business mittlerweile. Der Häusle-Bauer wird auch kein Gewerbe gründen um Heizung und Elektrik ins Eigenheim zu bringen. Man holt sich die passenden Handwerker und bezahlt diese.

Zur Preisgestaltung: Ja, die BBV hat die ersten 2 Jahre das Netzwerk „exklusiv“. Danach werden sie, nach eigenen Aussagen, das Netz im Stil von „OpenAccess“ öffnen und andere Provider drauf lassen. Nur mal angenommen sie würden das nicht tun, und würden das doch exklusiv alleine behalten wollen, und auch noch die Preise anheben: Wer wird dann noch bei BBV bleiben? Der Markt schläft nicht. Konkurrenzangebote (bis auf weiteres auch ohne Glasfaser) gibt es genug. Dann geht man eben wieder zurück zum DSL Anschluss.
BBV weiß das. Sie wären wirklich dämlich – würden sie das tun – und würden mit so einer Aktion am eigenen Ast sägen.

BBV hat – so wie ich das verstanden habe – auch gar kein Interesse daran langfristig als Internetanbieter für den Endkunden aufzutreten. Was nicht heißt dass sie dieses Business kurzfristig wieder fallen lassen. Nein. Das Ziel ist es eine Infrastruktur zu verschaffen und diese für andere Anbieter zu öffnen. Wer aktuell in Neckarbischofsheim oder Umgebung einen 1&1 DSL Anschluss hat, nutzt hier auch die Leitung der Telekom. Wer gerade jetzt ein Haus baut und sich einen Telefonanschluss mit DSL legen lässt, bekommt einen Techniker von der Telekom ins Haus, und keinen von 1&1. Das heißt: 1&1 zahlt einen Teil der eingenommenen Gebühren vom Kunden an die Telekom um damit die Leitungsnutzung zu bezahlen.
Und genau das hat die BBV mit ihrem Glasfasernetz vor. Unter dem Strich heißt das für die BBV: Keine Nervenden Endkunden-Betreuung, sondern Einnahmen die von Großkunden wie Telekom und 1&1 (und wie sie auch alle heißen) kommen.

Gut, sei’s drum. Sagen wir, all dies wird komplett anders laufen und sich zum komplett negativen wenden. Nur mal so angenommen. Was wäre dann?

Wir haben noch die Kupferleitung im Haus liegen. Die wird nicht abgeschafft oder ausgebaut. Die kann man weiterhin nutzen. Und es ist auch unwahrscheinlich dass die Telekom nach dem aktuellen Ausbau auf Vectoring in den nächsten 2-4 Jahren wieder „zurückbaut“, so dass nicht mehr ausreichend „DSL-Ports“ in den Verteilerknoten für die „Zurückwechsler“ verfügbar sind. Der Ausbau hat Geld gekostet. Und alte neue Kunden würde man hier nicht komplett sitzen lassen. Die Infrastruktur für Kupfer ist da.

Aber wie gesagt: Das ist alles sehr viel „hätte wenn und aber“. Jedoch bin ich mir sicher, dass die obigen Argumente „pro Glasfaser“ und auch die Aussagen von BBV mehr als nachvollziehbar sind. Klar, wir können die Zukunft nicht vorhersagen (auch ich nicht), aber ich räume der BBV mit dem Glasfaserausbau langfristig mehr Chancen ein als einfach den Kopf in den Sand stecken und bei DSL bleiben… Das führt zu nichts. Schon gar nicht zu Fortschritt.

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